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Perlen und andere Vorbilder

Perlen und andere Vorbilder

Oskar Reinhart

Der Spross aus der Reinhart-Dynastie, welche es mit dem Handelsunternehmen Gebrüder Volkart durch Baumwoll- und Kaffeehandel zu Reichtum brachte, war einer von mehreren Kunstliebhabern und -mäzenen der Familie. Seine Hinterlassenschaft in Winterthur aber ist die bekannteste und international von grosser Bedeutung: Seine Meister-Sammlungen sind in den beiden Häusern am Römerholz und im Museum am Stadtgarten zu sehen.

Internationale Kurzfilmtage

Die Internationalen Kurzfilmtage, 1996 gegründet, gehört seit 2015 zum erlauchten Kreis der Oskar nominierungsberechtigten Filmfestivals. Die Internationalen Kurzfilmtage zeigen nicht nur jedes Jahr die spannendsten Kurzfilme, die Macher des Events haben Winterthur inzwischen zum internationalen Kompetenzzentrum des Kurzfilms mit dem grössten Kurzfilmarchiv der Schweiz und damit zum wichtigsten Branchentreffpunkt etabliert.

Casinotheater

Viktor Giacobbo, Kabarettist, Satiriker und Betreiber des erfolgreichen Casinotheaters - wer kennt den Winterthurer nicht! Seinem Engagement und dem Engagement seiner fast ebenso bekannten Schauspielerkolleginnen und –kollegen ist es zu verdanken, dass aus dem ehemaligen Stadttheater mit heruntergekommener Restaurant-Halle das heutige national bekannte Comedy-Haus namens Casinotheater in neuem Glanz erstrahlte. 

myblueplanet

Die Klimaorganisation myblueplanet hat mit seiner wachsenden Community zahlreiche Projekte ins Leben gerufen. Auf private Initiative werden etwa der Tausch des eigenen Autos mit einem E-Bike angeboten, der symbolische Verkauf von Solarzellen für Solardächer auf Schulhäusern angestossen, Lehrlingscamps organisiert, wo Lernende zu Energiespar-Detektiven im eigenen Lehrbetrieb geschult werden… Ein wahrlich energiegeladenes Projekt, nein ein Strauss von Projekten, die dank seiner zahlreichen, motivierten Mitglieder auch noch Spass machen.

Berufsbildung

Die Gebrüder Sulzer haben in mehrfacher Hinsicht Pionierarbeit geleistet. Ein wichtiger Pfeiler aber ist die Berufsbildung. Die Firma errichtete 1870 als erste Firma der Industriebranche eine eigene Berufsbildungsstätte und rüstete die jungen Leute zu fähigen und soliden Handwerkern und sicherte sich so den beruflichen Nachwuchs. Viele Unternehmen zogen erst später nach, was Sulzer als weltweiter Marktführer einen enormen wirtschaftlichen Erfolgsvorsprung verschaffte. Mehr zur Sulzer Geschichte

Hexis

Intelligente Wärme und sauberer Strom. Auch in dieser Disziplin liefert der Standort Winterthur Pionierleistung. Die Brennstoffzellen-Technik von Hexis kombiniert Spitzentechnologie in Form eines eigenen Erdgas-Kraftwerks für Ein- und kleine Mehrfamilienhäuser, welches konventionelle Gas-Brennwertkessel überflüssig macht. Nomen est omen: Das Wunderding der Hightech-Branche heisst Galileo – genannt nach dem italienischen Naturwissenschaftler Galileo Galilei, der im 16. Jahrhundert auf seinem Gebiet bahnbrechende Entdeckungen machte.

Maggi

Julius Maggi gehört zu den bekanntesten Unternehmern, Erfindern und Pionieren der Region Winterthur, ja der ganzen Schweiz. Wer kennt ihn nicht, den Maggi-Suppenwürfel aus Kemptthal, die konzentrierte Würze, die nicht verdirbt, und heute in beinahe jeder Küche dieser Welt zu finden ist. Was einst der verbesserten Nährstoffzufuhr für die teilweise schlecht versorgten Arbeiterfamilien dienen sollte, war gleichzeitig der Anfang der Lebensmittelindustrie-Revolution.

Hunziker Partner AG

Pionierin ist die Firma einerseits in der Vermarktung - sie führte die Sanitärbranche aus der verstaubten Chnuschti-Installateur-Ecke zum bedeutenden Dienstleister für wegweisende Klima- und Gebäudetechnik und stilvolles Bad-Design - andererseits als Vorreiterin in nicht mehr wegzudenkende Nachhaltigkeitsthemen. Dazu zählt bei Hunziker Partner nicht nur der ökologische Aspekt, sondern auch der Umgang mit ihren Mitarbeitenden und deren Einbezug in den Firmenerfolg. Die Haltung als verantwortungsbewusstes Unternehmen bringt der Hunziker Partner AG zahlreiche Preise ein, unter anderem den Swiss Arbeitgeber Award 2015.

Club of Rome

Der  Club of Rome, ein als Netzwerk und Think-Tank funktionierender Zusammenschluss von internationalen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, hat seit 2008 seinen Sitz in Winterthur. 1968 gegründet durch die Initiative des italienischen Industriellen Aurelio Peccei (damals Mitglied der Führungsriege von Fiat und Olivetti) und des Schotten Alexander King (damals Direktor für Wissenschaft, Technologie und Erziehung bei der OECD), machte der ehrwürdige Verbund schon bald mit seinem bahnbrechenden Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ ("The Limits to Growth") die Welt auf sich aufmerksam. Das Buch nahm in weiser und visionärer Denkart Themen der globalen Herausforderungen und der nachhaltigen Entwicklung unseres Planeten vorweg, sowohl in ökonomischer, als auch ökologischer und sozialer Hinsicht. Dass der nach wie vor international vernetzte Club of Rome in Winterthur beheimatet ist, ist der Initiative und Unterstützung der Robert und Ruth Heuberger Stiftung zu verdanken.

Anne-Sophie Mutter

Sie gehört zu den weltweit besten Geigerinnen und zu den erfolgreichsten Musikerinnen überhaupt. Die berühmte Anne-Sophie Mutter (im Bild rechts) wurde zwar nicht in Winterthur geboren, sondern im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Doch genoss sie entscheidende Ausbildungsjahre am Konservatorium in Winterthur, wo sie von der mehrfach ausgezeichneten Aida Stucki (im Bild links) unterrichtet wurde. Als diese 2011 im Alter von 90 Jahren starb, schrieb Stargeigerin Anne-Sophie Mutter über ihre Winterthurer Lehrmeisterin: „In ewiger Bewunderung und Dankbarkeit nehme ich Abschied von meiner geliebten Lehrerin und Freundin. Ich werde die Erinnerung an unsere 39 unvergesslichen gemeinsamen Jahre als meinen kostbaren Schatz hüten.“

Chopfab

Ein wahrlich gewagter Name für ein Hopfengetränk der jungen Firma Doppelleu in Winterthur. So gewagt wie die Strategie der beiden Neo-Bierbrauer Philip Bucher und Jörg Schönberg, die ihre Ausbildung im Marketing genossen haben. Sie setzten alles auf eine Karte: Gutes, obergäriges Bier als Lifestyle und als Alternative zum herkömmlichen Lagerblond. Ihr Konzept sollte aufgehen. Innert dreier Jahre etablierten sie sich vom vermeintlichen Nischenproduzenten zum ernstzunehmenden Marktplayer.

Zentrum für Fotografie

Das Fotomuseum und die Schweizerische Fotostiftung bilden zusammen das Zentrum für Fotografie. Auf Anregung und mit Unterstützung von George Reinhart, Abkömmling der gleichnamigen Mäzenen-Familie, öffnete es 1993 seine Tore.  Das Fotomuseum Winterthur versteht sich einerseits als Kunsthalle für Fotografie von zeitgenössischen Fotografinnen und Künstlern, andererseits als ein klassisches Museum für die Meister des 19. und 20. Jahrhunderts. Und schliesslich wirkt es als kulturhistorisches, soziologisches Museum für angewandte Fotografie aus der Industrie, Architektur, Mode usw. Gemeinsam mit der Fotostiftung Schweiz betreibt das Fotomuseum Winterthur seit Herbst 2003 eine  Bibliothek und Seminarräume.

Seilerei Kislig

Wer eine Vorliebe für einzigartige und aussergewöhnliche Gewerbebetriebe hegt, darf sich einen Besuch in der Seilerei Kislig in Winterthur nicht entgehen lassen. Im 100 Meter langen Betriebsgebäude werden Seile nach individuellen Wünschen und Massen gefertigt, vom einfachen Hanfseil über die Armbrustsaite bis zur Zündlunte. Die Seilerei Kislig wurde 1878 gegründet und ist die schweizweit letzte Seilerei ihrer Art.

Designwerk

Engineering und Produktedesign, welche die Elektromobilität für ein breites Publikum attraktiv machen - dies sind die Triebfedern von Tobias Wülser und Frank Loacker, die 2007 ihre Firma Designwerk gründeten und wenig später mit ihrem Kabinenmotorrad „Zerotracer„ das Weltumrundungs-Rennen der Elektromobile für sich entschieden. Designwerk versteht sich nicht nur als  Entwickler und Hersteller von  Elektrofahrzeugen, sondern auch als Denkfabrik der Elektromobilität.

STEWI

Wer kennt ihn nicht, den guten alten STEWI, der im Sommer jeweils die Gärten ziert. Dass die geniale und zeitlose Erfindung aber aus Winterthur stammt, wissen oft nicht einmal die Winterthurerinnen und Winterthurer. Schliessen wir die Wissenslücke: STEWI ist ein Familienunternehmen und wurde im Jahr 1947 von Walter Steiner in Winterthur gegründet. Steiner Winterthur, kurz STEWI wurde in der Schweiz zum Synonym für Wäscheschirme. Noch heute gilt der STEWI als hochwertiges Schweizer Qualitätsprodukt für die ökologische, ökonomische und schonende Wäschetrocknung, heisst es im Werbeprospekt der Herstellerfirma.

Jonas Furrer

Der erste Bundesratspräsident der modernen Schweiz stammt aus Winterthur. Nachdem er 1848 als Vertreter der liberal-radikalen Fraktion (der heutigen FDP) in den Bundesrat gewählt worden war, wurde Jonas Furrer vom Parlament zum Bundespräsidenten bestimmt. Dieses Amt hatte er auch 1849, 1852, 1855 und 1858 inne. Das einzige Kind eines Schlossermeisters wuchs in Winterthur in bescheidenen Verhältnissen auf und besuchte dort die Schulen. Auf Drängen seines Vaters beschloss Furrer, in Zürich Rechtswissenschaft zu studieren. 1824 besuchte er dank eines Stipendiums die Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Danach studierte er in Göttingen an der Georg-August-Universität, wo er seine Ausbildung abschloss. Furrer gilt als einer der bedeutendsten Politiker in der Anfangszeit des Schweizer Bundesstaats.

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